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Das außergewöhnlich glänzende und widerstandsfähige Metall Gold habe ich bereits in meinem Beitrag mit dem Titel „Gold - eines der wertvollsten und beliebtesten Metalle seit jeher“ ausführlich vorgestellt und breitgefächert präsentiert. Heute geht es um die Goldlegierung, die sich in Form eines Stempels auf jedem goldenen Schmuckstück befindet und über die Sie auch in unseren Artikelbeschreibungen regelmäßig stolpern. Doch was haben diese Zahlen genau auf sich? Was bedeutet es, wenn in meinem Ring eine 585 eingestempelt ist und warum ist ein ähnlicher Ring mit einem 750er Stempel in der Regel teurer?

All diese Fragen beantworte ich Ihnen im folgenden Artikel, der Ihnen ein grundlegendes Fachwissen aneignen soll, mit welchem Sie gut informiert durch die Welt des Schmucks stöbern können. 

 

Da Gold von Natur aus im Gegensatz zu anderen Metallen sehr weich, zäh und elastisch ist, ist es in seiner Reinheit nur schwer zu verarbeiten. In der Schmuckherstellung kommt reines Gold daher nur sehr sporadisch vor, in der Regel wird es lediglich zu Barren oder Münzen verarbeitet. Um Schmuck herstellen zu können, bedarf es daher einer Mischung, einer sogenannten Legierung, mit anderen Metallen. Welche Metalle hierfür verwendet werden hängt vom gewünschten Ergebnis ab, in der Regel werden hierzu Kupfer, Silber, Palladium, Platin, Iridium, Zink oder Eisen verwendet. Die genauen Verteilungen der typischen Goldlegierungen finden Sie weiter unten im Diagramm. 

 

Neben dem Grund der höheren Festigkeit zu besseren Verarbeitung kommen zwei weitere Gründe hinzu. Zum einen ermöglicht die Verschmelzung mit andersfarbigen Metallen wie Kupfer oder Silber eine breite Auswahl an verschiedenen Farbergebnissen. Des Weiteren beruht die Goldlegierung auf einem wirtschaftlichen Aspekt: Reines Gold ist sehr teuer - durch die Legierung erzielt man günstigere Varianten des Goldschmucks, sodass sich unterschiedliche Preisklassen ergeben. Je mehr reines Gold (Feingold) in einem Schmuckstück verarbeitet sind, desto höher ist demnach auch sein Materialwert und sein Preis. 

 

Das Metallverhältnis wird heutzutage klassischer Weise in Tausendteilen angegeben, früher war die Beschreibung durch Karat geläufiger, die aber auch heute noch vereinzelt verwendet wird. Jedes goldene Schmuckstück ist mit seiner Legierung beschriftet, in Form eines Stempels - auch genannt Punzierung. Die dreiziffrige Zahl gibt an, wie viele Teile von 1000 Feingold sind. Ein 750er Ring besteht beispielsweise zu 750 von 1000 Teilen, also zu 75%, aus Feingold. Die übrigen 250 Teile setzen sich aus Legierungsmetallen zusammen. Diese Verteilung entspricht einem Feingehalt von 18 Karat (alle Feingehalte im Detail im unten stehenden Diagramm).

Wird ein Schmuckstück aus verschiedenen Metalllegierungen fest verarbeitet (zum Beispiel gelötet), so muss die geringere Legierung punziert werden. Sind die verschiedene legierten Teile hingegen nur zusammengesteckt oder verschraubt (beispielsweise bei einer 750er Kette mit einem 585er Anhänger), so erhält jedes dieser Teile seine eigene entsprechende Punzierung. 

 Legierungen

Im obigen Diagramm sind die genauen Verteilungen der gängigen Legierungen für Schmuck dargestellt. 999er Gold wird als Reinhold bezeichnet und kommt aufgrund seiner oben genannten Eigenschaften nahezu niemals in der Schmuckindustrie vor. 

Auch das 900er Gold, welches mit 100 Teilen Kupfer legiert wird, ist selten ein Schmuckgold. In arabischen Ländern wird Schmuck hingegen häufiger aus 900er Gold hergestellt. 

750er Gold ist ein sehr hochwertiges und typisches Schmuckgold - der Klassiker in unserem Shop. Je nach gewünschtem Farbergebnis wird es legiert mit 250 Teilen unterschiedlichen Legierungsmetallen: Gelb- und Roségold bestehen neben dem Feingold nur aus Silber und Kupfer, Rotgold wird ausschließlich mit Kupfer legiert, für Weißgold wird das Feingold mit Palladium und Iridium geschmolzen. 

Für die darunter liegenden Goldlegierungen werden selbige Legierungsmetalle wie für das 750er Gold verwendet, hier kommen weiterhin häufig Zink und Eisen hinzu. 

Schmuck, der mit „375“ oder mit „333“ gestempelt ist, wird im übrigen nicht mehr als Goldschmuck gewertet, da der Teil der übrigen stark  Metalle überwiegt. Eine passende Bezeichnung wäre „goldhaltiges Metall“.

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